Zu jung für Finanzen? Gibt es nicht! Experten-Talk mit Isabell Baruth (ISI finance)

23.02.2021 Zu jung für Finanzen? Gibt es nicht! Experten-Talk mit Isabell Baruth (ISI finance)

 

 

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Zu jung für Finanzen? Gibt es nicht? Wir haben uns in der neuen Folge unseres Podcasts mit Isabell Baruth von ISI finance unterhalten. Nachdem Isabell schon recht früh gewusst hat, dass ein typischer Angestellten-Job nichts für sie ist, hat sie schon mit Anfang 20 ihr erstes Startup gemeinsam mit ihren Geschwistern gegründet. Mit ISI Finance, das sie Anfang 2020 gegründet hat, möchte sie nun vor allem jungen Frauen wie sie selbst, aber auch allen anderen Interessierten, die Welt der Finanzen näher bringen und ihnen zeigen, dass Investieren und die Organisation der eigenen Finanzen ganz einfach sein können – auch ohne Vorkenntnisse!

Uns hat sie in dieser Folge des Monkee Money Talk Podcasts erzählt, wie sie dazu gekommen ist, sich schon so jung mit den Themen Geld und Finanzen zu beschäftigen, warum sie damit in ihrer Altersgruppe ziemlich alleine ist und sie teilt ihre Inspirationsquellen und ihre Top-Tipps für alle, die damit starten wollen, ihre Finanzen aktiv in die Hand zu nehmen. Außerdem verrät uns Isabell, wie in ihrer Familie mit dem Thema Geld umgegangen wurde. Denn dies hat maßgeblich dazu geführt, dass sie heute selbst andere dazu motivieren möchte, sich mehr mit diesen Themen zu beschäftigen. Und sie verrät ihre persönlichen Strategien, mit denen sie Studium, Startup, Finanzen und Freizeit unter einen Hut bekommt.

 

Finanzbildung ist Familiensache

Über die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher bewerten ihr Wissen über Finanzen als eher schlecht oder sehr schlecht, bei den unter 30-jährigen sind es sogar zwei Drittel. In Deutschland sieht die Lage ähnlich aus. Aber woher sollen wir unser Wissen über Finanzen auch bekommen, wenn die Schulen dieses Thema nach wie vor wenn überhaupt nur anschneiden? Laut dieser Studie aus dem Jahr 2017 wünschen sich über 70% der Befragten, dass das Thema Finanzbildung vermehrt in den Schulen behandelt werde. Nur die Schulen hier in die Verantwortung zu ziehen, greift aber zu kurz. Unsere Kinder werden heutzutage schon viel früher mit dem Themen Geld und Konsum konfrontiert. Schon im Kindergarten sehen Kinder Konsumgüter bei anderen und wollen diese auch haben. Spätestens da wird es Zeit, ihnen zu erklären, dass man nicht alles sofort haben kann. Kinder verstehen außerdem schon recht früh, dass Dinge einen Wert haben und können so zumindest einfache Geldentscheidungen nachvollziehen. Deswegen ist es super wichtig, schon frühzeitig mit seinen Kindern über Geld zu sprechen. Als Eltern sollte man seinen Kindern außerdem zeigen und vorleben, dass Geld kein negatives Thema ist und ihre Interessen in diesem Bereich fördern.

Auch bei Isabell in der Familie wurde schon früh offen über Finanzen und finanzielle Themen gesprochen. So bekam sie nicht ein realistisches Bild, es hat auch ihr Interesse an dem Thema geweckt. Um mitreden zu können, hat Isabell sich immer mehr Wissen zu dem Thema angeeignet, hat Hörbücher gehört, Bücher gelesen und YouTube-Videos angesehen. Auf diese Reise zu mehr und tieferen Finanzwissen nimmt Isabell auch ihre Follower mit und will ihnen damit zeigen, dass es nicht kompliziert sein muss, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, sondern Finanzen auch ganz einfach sein können.

Laut einer aktuellen Studie treffen Jugendliche, die als Kinder schon in die Geldangelegenheiten der Familie miteinbezogen wurden außerdem rationalere Konsumentscheidungen, sie vergleichen Preise und neigen weniger zu Impulskäufen. Konsumgewohnheiten, die sich in jungen Jahren einprägen sind zudem schwer zu ändern und beeinflussen uns ein Leben lang.

 

Trau dich!

Gerade junge Frauen werden aber sehr wenig auf diesem Gebiet gefördert. Selbst wenn man ein wirtschaftliches Studium belegt, werden die Themen Finanzen, Aktien und Investieren nur grob angeschnitten. In der Schule werden sie meist gar nicht behandelt. Und auch 2020 ist bei vielen noch das traditionelle Rollenbild verankert: Die Frau kümmert sich um die Familie, der Mann um die Finanzen. Dieser Wissensmangel im Bezug auf finanzielle Fragen führt aber dazu, dass sich viele Frauen erst gar nicht an das Thema Investieren trauen und sich auch nicht näher damit auseinandersetzen. Diese Erfahrungen hat auch Isabell gemacht. Wie die Reaktionen auf ihre Entscheidung, sich mehr mit ihren Finanzen zu beschäftigen, ausfielen, davon erzählt sie in der Podcast Episode.

Dabei ist es gerade für Frauen so wichtig, sich frühzeitig um ihre Finanzen zu kümmern. Abgesehen davon, dass Frauen nach wie vor in den meisten Branchen weniger als Männer verdienen, haben sie öfter Teilzeitjobs und vermehrt Einkommensausfälle durch Karenz oder während der Erfüllung Familienpflichten wie der Pflege von Kindern oder alten und kranken Familienmitgliedern. Dies führt nicht nur zu weniger derzeit verfügbaren Einkommen und Vermögen, sondern auch zu drohender Altersarmut. Dennoch werden Frauen aber immer noch weniger als Männer in ihren (finanziellen) Interessen gefördert und unterstützt. Und auch bei den Frauen selbst herrschen viele Vorurteile: Finanzthemen sind trocken und kompliziert, ein „Männersache“ oder sie denken, gar kein Geld zum Investieren zu haben. Dabei braucht es gar nicht viel Geld, um mit dem Investieren zu starten! Das wichtigste ist nur, einmal zu starten und sich zu trauen! Dann wirst auch du merken, dass Finanzen gar nicht kompliziert sein müssen.

 

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Erfolgreich und selbstbestimmt Finanzentscheidungen treffen

Frauen können außerdem Finanzen! Und zwar mindestens so gut wie Männer. Warum? Weil Frauen, sobald sie einmal beschlossen haben, damit zu starten, sich tiefgreifender mit dem Thema auseinandersetzen und sich dann auch ein umfassenderes Wissen dazu aneignen. Im Gegensatz zu vielen Männern neigen die meisten Frauen außerdem auch weniger zu Selbstüberschätzung und verfolgen einmal festgelegte Finanzierungsstrategien konsequenter, auch in unruhigen Zeiten. Sie investieren also nachhaltiger und sicherer. Studien zeigen zudem, dass Frauen meist weniger risikoreiche Anlagestrategien wählen und so vernünftiger und nachhaltiger Investieren mit weniger Verlusten. Insgesamt sind Frauen also, wenn sie einmal damit starten, sehr erfolgreiche Investorinnen.

 

Tipps für die ersten Schritte

  • Beginne so früh wie möglich! Sowohl damit, dich mit diesen Themen zu beschäftigen, als auch damit, selbst zu investieren. Selbst Kindergarten-Kinder sind schon in der Lage, zu verstehen, dass Geld einen Wert hat und man nicht alles haben kann, was man gerade möchte. Kinder können so schon recht früh spielerisch mit dem Konstrukt „Geld“ vertraut gemacht werden, zum Beispiel mit einfachen Spielen, mit denen deine Kinder ganz nebenbei einen vernünftigen Umgang mit Geld lernen. Spielideen dazu findest du hier. Aber auch so früh wie möglich selbst damit zu starten, erste Investitionen zu tätigen, ist super wichtig. Auch kleine Beträge machen hier einen Unterschied. Erstens macht man Erfahrungen, aus denen du viel für weitere Investitionen lernen kannst und auch der Zinseszins sollte nicht unterschätzt werden. Denn je länger dein Geld im Markt ist und arbeiten kann, desto größer wird der Gewinn. Auch wenn wir das meist wissen, tut sich unser Gehirn schwer damit, diesen exponentiellen Anstieg zu erfassen, weshalb wir den Faktor Zeit im Markt meist unterschätzen.
  • Erstelle einen Finanzplan! Weißt du, wie viel Geld du zum investieren überhaupt übrig hättest? Als allersten Schritt solltest du dir erst einmal eine Übersicht über deine Finanzen verschaffen. Wie viel Geld gibst du im Monat wofür aus? Ein Haushaltsbuch kann dir dabei helfen, deine Geldbewegungen zu verstehen und besser zu planen. Hier findest du außerdem eine praktische und kostenlose Excel-Vorlage dazu. Nachdem du deine Einnahmen und Ausgaben kennst, kannst du diese in einem weiteren Schritt optimieren. Zum Beispiel indem du dir überlegst, wo du noch sparen könntest oder wie du dein Einkommen erhöhen kannst.
  • Mach dir einen Plan! Egal, ob du konkret darüber nachdenkst, dein Geld zu investieren oder ob du allgemein deine Finanzen besser organisieren möchtest, ein Plan, wie du das angehen möchtest, ist immer sinnvoll. Überlege dir, wie du das Ganze angehen möchtest und welche Ziele du erreichen möchtest. Das gilt insbesondere auch beim Investieren: Welche Investitionsziele habe ich? Finanzielle Freiheit? Absicherung? Altersvorsorge? Wie viel Zeit möchte ich dafür aufwenden? Möchte ich beispielsweise einen Sparplan, der automatisch läuft und sobald er einmal eingestellt ist, keine Aufmerksamkeit mehr braucht, oder habe ich Spaß daran, die Aktienkurse zu beobachten und darauf individuell zu reagieren? Und ganz wichtig: Wie viel Risiko ist akzeptabel für mich? Auf Basis dieser Fragen solltest du dann das für dich passende Spar- bzw. Anlageprodukt wählen.
  • Erweitere dein Wissen! Starte nicht blind los, sondern informiere dich über Anlagestrategien, Alternativen, Risiken und Vorteile. Heutzutage ist es außerdem auch sehr einfach, sich in diesen Punkten weiterzubilden und zu informieren. Es gibt zahlreiche Finanzblogs, die gerade für Anfänger zahlreiche Tipps und Anleitungen kostenlos zu Verfügung stellen oder gratis (Hör-)Bücher.
  • Vertraue dir selbst! Gerade in unsicheren Zeiten, ist es wichtig, sich nicht von der Hysterie des Marktes anstecken zu lassen und die Nerven über Bord zu werfen. Schwankungen am Markt sind normal und kommen immer wieder vor. Ist man sich seiner Strategie aber sicher, darf man sich davon nicht verunsichern lassen, sondern sollte seiner Strake vertrauen. Je breiter diversifiziert das eigene Portfolio ist und je sicherer man selbst, desto leichter fällt das. Also investiere nur, wenn du dir deiner Strategie sicher bist.

 

Isabells Inspirationsquellen

Hier zum Schluss noch Isabells wichtigste Inspirationsquellen, die nicht nur Anfänger dazu motivieren, sich mehr mit ihren Finanzen zu beschäftigen.

  • YouTube-Kanal von Finanzfluss
  • Interviews von Finanzbloggern (z.B Mission Money) und Podcasts
  • Die Bücher von Robert Kiyosaki (insbesondere „Rich Dad Poor Dad“)
  • G. S. Clason „Der reichste Mann von Babylon: Erfolgsgeheimnisse der Antike – Der erste Schritt in die finanzielle Freiheit“

 

 

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Über Isabell

Isabell Baruth hat Anfang 2020 ISI finance gegründet und verfolgt damit die Mission, insbesondere junge Frauen und allgemein junge Menschen dazu zu ermutigen und dabei zu unterstützen, ihre Finanzen aktiv in die Hand zu nehmen. Mit ISI finance möchte sie auf Instagram, Facebook, YouTube zeigen, dass Finanzen auch einfach sein können, auch für Menschen ohne Vorkenntnisse. Sie hilft dabei, eine neue Perspektive zu Geld und Finanzen zu erlangen, und somit verantwortungsvoll und zielgerichtet die richtigen Entscheidungen zu treffen, um finanzielle Sicherheit zu erlangen.

Isabell ist Startup-Gründerin und Studentin und wusste schon früh, dass sie später einmal etwas Großes schaffen möchte und etwas, das die Menschen voranbringt oder, das ihnen das Leben erleichtert. In ihrer Familie wurde immer schon viel über das Thema Geld gesprochen, was auch Isabell dazu motiviert hat, sich mehr damit zu beschäftigen und sich über Bücher, Hörbücher und YouTube-Videos mehr Wissen dazu anzueignen. Und dazu möchte sie jetzt auch ihre FollowerInnen motivieren.

 

Wir sind Monkee

Sparen und der richtige Umgang mit Geld haben viel mit Einstellung und ein bisschen mit Wissen zu tun. Genauso wie Bewegung gut ist um seine physische Gesundheit zu verbessern, gibt es Verhaltensmuster die uns finanziell fit machen und halten. Daher hat sich Monkee zum Ziel gesetzt die finanzielle Gesundheit von Eltern mit jungen Kindern zu erhöhen, indem wir einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Geld fördern.

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