4 Tipps um Kindern mit Taschengeld den Umgang mit Geld zu erlernen

von Martin
Taschengeld
Für viele Eltern ist der Schuleintritt des Kindes der Anlass, ab diesem Zeitpunkt regelmäßig Taschengeld auszubezahlen. Da Taschengeld den Kindern schon sehr früh tolle Möglichkeiten den Umgang mit Geld zu erlernen bietet (“teachable moments”), sollten sich auch Erwachsene an gewisse Regeln halten. 

In den nächsten 2 Wochen beginnt wieder für Hunderttausende Kinder in Deutschland und Österreich der Ernst des Lebens. Sie dürfen dann wieder die Schulbank drücken und ihnen wird nehmen Lesen und Schreiben auch das Rechnen beigebracht.

(Taschen)Geld ist eine super Möglichkeit, um den Umfang mit Zahlen auch praktisch zu erlernen. Eltern sind ja grundsätzlich immer sehr darauf bedacht, dass ihre Kinder ein gesundes Leben führen. Und neben der Gesundheit des Körpers und des Geistes ist ein wichtiger Gesundheitsaspekt sehr oft vernachlässigt – die finanzielle Gesundheit. Denn Geldsorgen sind schon heute einer der Haupteinflussfaktoren für Stress und andere psychischen Erkrankungen.  Sich Geldbeträge einzuteilen und für die Zukunft vorzusorgen und auf etwas zu sparen, das sind alles Fähigkeiten die ein Kind auch für das spätere Leben prägen und sich auf deren finanzielle Gesundheit positiv auswirken wird.

Und so macht es total Sinn, Kindern spätestens mit Schuleintritt auch Taschengeld auszubezahlen und ihnen dadurch diese “Teachable Moments” bescheren in denen schon im frühen Alter auf eine spielerische Art und Weise der Umfang mit Geld beigebracht werden kann. Kinder lernen sehr viel von den Eltern was den Umgang mit Geld angeht – und wenn es nur beim Gang in den Supermarkt ist – aber das erste eigene Geld zu haben und darüber zu verfügen ist ein sehr wichtiges Ereignis im Prozess des Erwachsen-Werdens für ein Kind.


1) Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Wie viel Taschengeld ein Kind konkret von seinen Eltern ausbezahlt bekommt, hängt natürlich von mehreren Faktoren – und nicht zuletzt von der Lebensrealität der Eltern – ab. Vielfach kommt es natürlich auf die finanzielle Ausstattung der Eltern an. Aber auch für Kinder aus finanziell schwächeren Familien ist es wichtig Taschengeld zu bekommt, auch wenn es in diesem Fall nicht so hoch ausfallen wird, wie bei den anderen Mitschülern. Es wird immer Menschen geben die mehr haben oder mehr verdienen als man selbst – und auch das ist eine Erfahrung die Kinder machen müssen, da wir im Erwachsenen-Leben ständig damit konfrontiert sein werden.

Ein von der ErsteGroup erarbeiteter Leitfaden zum Thema Taschengeld schläft vor, dass Kindern wöchentlich 30 bis 50 Cent pro Lebensjahr ausbezahlt werden. Das bedeutet für ein sechsjähriges Mädchen ein Taschengeld wischen 1,8 Euro bis 3 Euro pro Woche. Dieses Taschengeld sollte dann jährlich angepasst werden, so dass zum Beispiel ein 12 jähriges Kind dann auf eine Bandbreite von 3,6 Euro bis 6 Euro für das wöchentliche Taschengeld kommt.


2) Wie oft soll das Taschengeld ausbezahlt werden?

Studien haben gezeigt, dass sich Kinder im jüngeren Alter noch sehr schwer tun Geld längerfristig einzuteilen. Daher wird Eltern empfohlen bei kleineren Kindern das Taschengeld in kürzeren Abständen – also wirklich wöchentlich – auszubezahlen. Man könnte zum Beispiel jeden Sonntag-Morgen ein kleines Ritual machen, bei dem dem Kind dann das Taschengeld überreicht wird und man sich auch gleichzeitig ein bisschen darüber unterhalt für was das Taschengeld beispielsweise in der letzen Woche verwendet wurde. Auch das wurde inzwischen durch Studien bestätigt – je aktiver Eltern mit Ihren Kindern über das Thema Geld sprechen, umso besser wird deren Umgang mit Geld dann auch im Erwachsenenleben sein.

Je älter die Kinder, desto größer werden erfahrungsgemäß auch die Wünsche. Bei Kindern die schon etwas Älter sind (ab ca 10 Jahre / in jedem Fall ab 13 Jahre) ist es sinnvoll den Auszahlungs-Rythmus auf monatlich umzustellen. Dadurch lernen Kinder sich jetzt auch Geld in etwas längeren Zeiträumen einteilen zu müssen, und dass man eventuell auch einmal etwas länger warten muss, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Das sind auch ganz wichtige Fähigkeiten, die sich stark auf die finanzielle Gesundheit Ihres Kindes im späteren Leben auswirken werden. Vielfach wird den Kindern im Teenager-Alter aus das Geld schon auf ein eigenes Konto überwiesen. Auch das ist wichtig, um Kinder auf die heutigen Lebensrealitäten vorzubereiten – denn der Großteil der Zahlungen im Erwachsenenleben werden bargellos sein. Daher ist es auch wichtig im frühen Alter schon den Unterschied zu spüren den es macht, 20 Euro aus seiner Geldbörse zu hohlen um etwas zu bezahlen oder einfach eine Karte in ein kleines Gerät zu stecken.


3) Was dürfen die Kinder mit ihrem Taschengeld machen?

Auch wenn es vielen Eltern schwer fällt, aber Taschengeld sollte für die Kinder zur freien Verfügung gestellt werden. Natürlich steht es jeder Familie frei, gewisse Regeln für den Umgang mit Taschengeld zu definieren. Auch kann man schon versuchen Kindern bereits in einem frühen Alter das Thema “Sparen” beizubringen. Kinder sollten definitiv mit ihrem Taschengeld noch keine Grundbedürfnisse abdecken müssen – das heißt Kleidung, Schulsachen oder Lebensmittel sind Ausgaben die definitiv von den Eltern abzudecken sind. Jedoch kann man schon damit starten ihnen beizubringen, dass gewisse Anschaffungen – wie z.B. ein bestimmtes Spielzeug – nur dann gemacht werden können, wenn sie einen Teil des Geldes selber angespart haben. Und auch hier können Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, in dem sie sich beispielsweise auch selber nicht jeden Konsumwunsch immer sofort erfüllen, sondern zeigen, dass man auch im Erwachsenenleben auf manche Ausgaben ansparen muss.


4) Taschengeld als Erziehungsmittel?

Wie bei so viele Themen in Sachen Kindererziehung gehen hier die Meinungen auseinander. Wir sind davon überzeugt, dass einem Kind nicht das Taschengeld gekürzt werden soll, wenn es sich mal nicht so verhält wie man es sich vorstellt, oder es eine schlechte Note bei einer Schularbeit erhält. Gleichzeitig sollte es auch nicht für jede Aufgabe im Haushalt extra belohnt werden, denn immerhin sind sich auch Teil einer Familie und müssen bei gewissen Aufgaben im Haushalt mithelfen.

Gleichzeitig kann durch eine finanzielle Belohnung bei ausgewählten Aufgaben im Haushalt auch wieder ein “teachable Moment” (lehrreicher Moment) kreiert werden. Kinder sollen auch schon sehr früh lernen das Geld erst verdient werden muss und nich einfach so vom Himmel fällt. Und daher empfehlen wir schon 2-3 konkrete Aufgaben – zum Beispiel Rasen mähen, oder alle Blumen im Haushalt gießen – zu definieren, für die es dann eine kleine Extra-Belohnung gibt. Diese sollten dann unmittelbar nach vollbrachter Arbeit bezahlt werden, um für das Kind einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Arbeit und der Belohnung herzustellen.

Kommen Kinder regelmäßig angelaufen, weil sie mehr Geld benötigen, dann werden viele Eltern dadurch natürlich sehr auf die Probe gestellt. Denn auch wenn es sich hier wahrscheinlich um kleiner Beträge handelt, wird Eltern empfohlen hier hart zu bleiben. Kinder müssen für das spätere Leben lernen ihr Geld einzuteilen, und wenn sie einmal zu viel Geld auf einmal ausgegeben haben, dann werden sie warten müssen, bis sie wieder Geld haben um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Dies soll auch für das späteren Leben den wichtigen Grundsatz trainieren, dass man eben nur das Geld ausgeben kann/soll, welches man wirklich hat. Im jungen Alter Geld zu “leihen” sehen wir grundsätzlich kritisch, da auch dies schon wieder impliziert, das es völlig in Ordnung ist mehr Geld auszugeben als man wirklich hat. Menschen würden heute viel weniger Schulden machen, wenn genau diese Prinzipien schon in einem frühen Alter beigebracht worden wären.


Wenn Sie sonst noch tolle Möglichkeiten suchen, um Ihrem Kind den Umgang mit Geld spielerisch beizubringen, dann haben wir Ihnen schon einmal in einem anderen Artikel 5 sehr spannenden Möglichkeiten zusammengefasst: 5 Möglichkeiten Deinem Kind den Umgang mit Geld beizubringen


Wir sind Monkee

Sparen und der richtige Umgang mit Geld haben viel mit Einstellung und ein bisschen mit Wissen zu tun. Genauso wie Bewegung gut ist um seine physische Gesundheit zu verbessern, gibt es Verhaltensmuster die uns finanziell fit machen und halten. Daher hat sich Monkee zum Ziel gesetzt die finanzielle Gesundheit von Eltern mit jungen Kindern zu erhöhen, indem wir einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Geld fördern.

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